Freitag, 11. Februar 2011
Alberner Hut


Ägypten feiert. Komplett mit albernen Hüten. Von hier.

Permalink (4 Kommentare)   Kommentieren







Cairo Complaints Choir -- vor langer Zeit hat mich das erste Projekt der Art aus Helsinki sehr beeindruckt.

Eine der Mitwirkenden letztes Frühjahr in Kairo war anscheinend Sally Zahran.

Permalink (0 Kommentare)   Kommentieren





Es lebe die friedliche, demokratische Revolution!!!
Hurräh!!!!!!! Ägypten hat fertig!!!!!! Echte Demokratie fürs 21. Jahrhundert!!!!!!

Ich kam von einem Business-Termin heim, zu unglaublichem Jubel auf Al Jazeera. Jetzt weiß ich, wie sich Fußball-Orks fühlen, wenn ihre Mannschaft was Wichtiges gewonnen hat. Ich weiß nicht, ob nach dem heiseren, verrüsselten Ein-Mann-Jubel, der mir da entfuhr, meine Kater heute abend nochmal aus ihrem Versteck kommen. Die mögen keinen Lärm.-



Leute, das können wir hier doch auch! Erstens werden hier gar keine überteuerten, unterdimensionierten Tiefbahnhöfe gebaut. Nirgendwo. Fällt aus wegen Ist Nicht. Zweitens ist das hier unser Land, und wir sind das Volk, und das Merkel und Schwesterwelle, Mappus und Gönner, sind bald so realitätsfern wie Mubarak und sein Wesir Isnogud (dessen Namen wir jetzt getrost wieder vergessen können), wenn sie denken, wir wären ihre Untertanen. Wir sind ihre Chefs, wir werden sie feuern!!!

Permalink (2 Kommentare)   Kommentieren





Donnerstag, 10. Februar 2011
Wank
Da, wo ich online normalerweise unterwegs bin, nennt man sowas 'wank' (wrtl. 'Wichserei').

Die verschärfte Form, wenn einer sich von irgendwelchen Angriffen persönlich sehr betroffen und entsetzlich unglücklich zeigt (Extra-Punkte, wenn er behauptet, seelischen Schaden zu nehmen, und/oder das Wort 'Trigger' verwendet), nennt man dann 'wangst' (wank + angst).

Ich war mal in eine kurze, heftige Wangst-Schlacht mit einer völlig durchgeknallten Australierin verwickelt. Danach hatte ich von dieser Art der Streiterei so dermaßen zuviel, daß ich von da an alle unstabil wirkenden (Schreib-)Projektteilnehmer entweder gleich vermieden habe, oder aber ihnen irgendwo einen Sandkasten spendiert habe, wo sie sich mit ihrem Marotten austoben konnten, ohne das Ganze zu gefährden. Da hatten sie trotzdem das Gefühl, beizutragen und ernst genommen zu werden, und störten nicht weiter.

Ich muß aber dazusagen, dieses besagte Wankfest fand im Frühjahr 2005 statt. Danach hatte ich es gelernt.

Jetzt wangsten vor den Augen der Weltöffentlichkeit ein pinseliger deutscher Hacker und ein völlig durchgeknallter Australier, und die Mainstream-Öffentlichkeit nimmt das alles sehr ernst, bis zum Kulturschock.

Dabei zeigt das nur, daß die Kerle (nicht mal viel jünger als ich) bislang relativ lernresistent gewesen sein dürften, wenn sie in ihre Web 2.0-Zusammenarbeitsroutinen nicht schon längst irgendeine Wankvermeidungsstrategie eingebaut haben.-

Leute, das ist wank. Das nimmt man nicht ernst. Wenn sowas in einem laufenden Projekt ausbricht, dann rufen die Mods die Beteiligten zusammen (oder, wenn wie in diesem Fall, die Beteiligten sozusagen Mods sind, greift man sich irgendeine Hub Node unter den Teilnehmern, die alle für seriös, vernünftig und ruhig halten), beruft einen Online-Chat ein, und hört da die Argumente beider Seiten an. Dann verkündet man einen Kompromiß, der beiden Seiten ein bisserl weh tun muß, damit sie es lernen und so einen störenden Scheiß nicht nochmal machen, und erklärt, man wolle davon nix mehr hören.

Im schlechtesten Fall gehen sie sich danach für immer aus dem Weg*; normalerweise arbeiten sie aber schon nach paar Wochen alle beide wieder am nächsten Plot mit.


* Bei völlig durchgeknallten Australiern habe ich allerdings Verständnis dafür, wenn man sie noch eine Weile im Auge behält, und wenn sie sich fünfviertel Jahre später eine Blöße geben und man etwas erfährt, das sie geheim halten wollten, dann steckt man ihrem engsten Kumpel, daß man das weiß und von besagtem Kumpel erwartet, daß der dafür sorgt, daß wirklich dauerhaft Ruhe herrscht, sonst werde man ausgewählten schwatzhaften Personen unter dem Siegel strengster Verschwiegenheit freudig besagtes Geheimnis weitersagen. Beliebt ist auch die Methode, dem Ex-Erzfeind accidentally on purpose ein eigenes minderwichtiges Geheimnis zu verraten und dann scheinbar erschröckt anzukommen und zu sagen, 'Oh, bitte nicht verraten!' Kaum einer tritt jemanden, auch einen Erzfeind, wenn er so am Boden liegt und es auch noch zugibt. Als ein anderer Beteiligter des großen Wangstfest 2005 diesen Trick bei mir angewendet hatte, führte das zu einer sehr fruchtbaren Geheimnis-Erklärbär-Konstellation, in deren Rahmen ich zufälligerweise auch das einzige Superhelden-Comic meines Lebens gelesen habe und die erst auslief, als der Ex-Erzfeind feststellte, daß er sich komplett, vollzeit und ohne Ablenkung seinem Studium der fortgeschrittenen CGI-Technologie widmen mußte und für Webschreibeprojekte aller Art keine Zeit mehr habe. Hier ist noch ein 'character sketch' meines kleinen schwarzen Katers, den er mir damals gezeichnet hat. Anti-Wangst-Strategien lohnen sich also!

Permalink (0 Kommentare)   Kommentieren





Mittwoch, 9. Februar 2011
Steuern zahlen ja bitte...
... sagt die britische Öffentlichkeit ihren Politikern.

Komplett mit Demos und Flash Mobs. Da läuft irgendwas ganz gewaltig schief, wenn Politiker keine Steuern mehr haben wollen, und die Öffentlichkeit die ordnungsgemäße Versteuerung außerparlamentarisch einfordern muß.-

Permalink (0 Kommentare)   Kommentieren





Qualm und Gestank
Die englische Schriftstellerin Mary Renault schrieb einmal sinngemäß: "Man kann sich natürlich mit seiner Meinung und seinen Vorurteilen einigeln und alle Türen und Fenster verrammeln; aber es ist letztlich nur eine Frage der Zeit, bis einen Qualm und Gestank dann schließlich doch ins Freie treiben."

Das passiert dank Tunesien und Ägypten jetzt gerade mit unserer seit 2001 geschürten und aufgebauschten Islamophobie. Jetzt kann man sich doch wieder vorstellen, daß sich das zahlende Publikum mit einem zivilisierten arabischen Reisenden aus Baghdad identifiziert, der unter die Barbaren gefallen ist! Und die FAZ-Bloggerin, die unter dem Namen 'Sophia Infintesimalia' unterwegs ist, merkt erleichtert in einem Kommentar zu ihrem heutigen 'Sofa'-Beitrag an: "Es freut mich ungemein, dass ich mit meinem eher positiven Bild von islamischen Kulturen nicht mehr so oft alleine dastehe - ich persönlich verlasse mich da lieber auf meine Erfahrung, und da gab es eben mehr nette Menschen als bombende Fundamentalisten."

Schließlich noch ein abschließendes Zitat aus Telepolis, das zeigt, wie superheftig der entweichende Qualm und Gestank die USA gerade erwischt hat: Vom amerikanischen Experten für die arabische Öffentlichkeit und Befürworter der Politik Obamas, Marc Lynch, gibt es dazu eine Erwiderung, die ein gewisses Staunen in manchen Washingtoner Zirkel widergeben könnte: 'But, but, how can anything happen in world if US isn't leading it?'"

Permalink (0 Kommentare)   Kommentieren





Dienstag, 8. Februar 2011
Was ist nur mit der FAZ los??
Früher war das die Zeitung, die mein Großvater, der Pfarrer, zu lesen pflegte. Sie war genau wie er -- anspruchsvoll, voller Bildungsdünkel, und dabei stockkonservativ. Manchmal kaufte ich mir Freitags die FAZ und schob alles außer der Seite mit dem Kreuzworträtsel direkt vorm Laden in den Mülleimer.-

Früher, wenn ich fand, ich bräuchte eine Zeitung, kaufte ich die taz.

Heute?

Heute macht die FAZ online in der Frühe, als ich mit Tee und Bran Flakes daheim vorm Rechner saß, damit auf, daß sie in Stuttgart* weiterbauen, und zwar genau an der Stelle, wo ich letzten Montag dieses Bohrgerät gesehen habe, in Kindergartenkinder-Kastanienweitwurfdistanz von der Mahnwache und dem Bauzaun. Okay, jetzt ist es schon weiter runtergescrollt, aber es kommen halt immer neue Nachrichten. Der SPON dagegen meldete genau überhaupt gar nichts dazu.

Heute machte die FAZ in der Druckausgabe mit einem riesigen arabischen Schriftzug auf. Es ist das Wort "Freiheit". Sie machen also auch auf Papier ihrem wunderbaren, medien-revolutionären west-östlichem Sofa alle Ehre.

Okay, Teile der FAZ sind immer noch erzkonservativ. Während Telepolis schreibt 'DGB sagt, Leiharbeiter werden schrecklich ausgebeutet', schreibt die FAZ: 'Hilfe, der DGB will der Leiharbeit an den Kragen, und dann geht es der Wirtschaft wieder schlecht'. Und die faschistoideste Einlassung in einem regulären Online-Medium, die ich je gesehen habe (irgendein krummer Professor schrub, Hartz-IV-Empfänger sollten entmutigt werden, Kinder zu kriegen, denn dadurch werde nur das Volk immer dümmer, denn nur dumme Leute würden ja in Hartz IV landen), die habe ich auch in der FAZ online gelesen.

Aber alles in allem vollbringt die FAZ immer mal wieder Erstaunliches, und scheint den Übergang von Print zu Online mit Bravour gemeistert zu haben.

Das ist nicht mehr die Zeitung meines Großvaters. Wenn sie jetzt noch das Kreuzworträtsel allwöchentlich zum Ausdrucken online stellen (oder aber gleich eine Java-Version und/oder eine App dazu bauen) würden, dann wäre ich wirklich zufrieden.


* Als ich gerade zur Arbeit dackelte, hatte ich eine böse Idee: Jemand muß so bald wie möglich bei einer Wahlkampfveranstaltung den Mappus nach seiner Meinung zu Ägypten und den Parallelen zum Schwabenaufstand wegen des Tiefbahnhofs befragen. Jemand anders muß mit dem Video-Handy draufhalten. Was immer er antwortete, es wird auf jeden Fall blöd und peinlich ausfallen, und ein viraler Renner. Und dazu, ihm endlich den Hals zu brechen, könnte es auch noch helfen. Wo ist denn von hier aus B.-W. am nächsten, und wann kommt da Mappus auf Wahlkampftour?

Permalink (6 Kommentare)   Kommentieren





Montag, 7. Februar 2011
Die Assange-Show geht weiter -- jetzt mit blondem Schneck


[[von hier]]

Das ist das blonde Schneck, das ich meinte. Anscheinend ist das Assanges Anwältin. Oder eine aus seinem Anwaltsteam. Die steht aber ständig neben ihm.

Permalink (4 Kommentare)   Kommentieren





Die Entdeckung des Arabers als Mensch schreitet voran
Der SPON hat spontan ein launiges Soft-News-Item über Karneval in Syrien.

Da merkt auch noch der letzte Kölner, daß da 'Leute wie wir' leben.-

Permalink (0 Kommentare)   Kommentieren





Samstag, 5. Februar 2011
Katzencontent...


... braucht keine Worte.-

Permalink (4 Kommentare)   Kommentieren





Samstag, 5. Februar 2011
Die fröhlichen Untoten...


... aus dem Lego-Ägypten: 'Hurräh, wir sind tot und getrocknet, juhu!'


Danke an den Nazgul für das Bild!

Permalink (3 Kommentare)   Kommentieren





In Texas...
... bewaffnen sie sich jetzt alle bis an die Zähne und schießen sich gegenseitig tot.


Mit Dank an die Lady Carolin für den Link.

Permalink (0 Kommentare)   Kommentieren





Mittwoch, 2. Februar 2011
Tradition
In Ägypten gehen sogar die Katzen zur Demo. Mit einem Schild um den Hals.

Schließlich haben sie dort ursprünglich die Menschen gezähmt. Ägypten ist wichtig!


Und nein, natürlich habe ich auch sonst noch eine Meinung dazu; aber die hat jeder, und jeder bloggt dazu. Wenn ich da jetzt noch meinen Senf dazugebe, macht das keinen wirklichen Unterschied. Nichtmal für einen untoter Altägypter, den diese Leute da natürlich besonders interessieren. Irgendwer reißt da schon mal Mumien die Köpfe ab; das geht natürlich gar nicht! Und daß der unermüdliche Adabei Zahi Hawass, der nun wirklich für jede Fernseh-Doku seine Nase in die Kamera halten muß, auch noch über den Zustand der ägyptischen Altertümer bloggt (der darf nicht nur dauernd ins Glotzophon, der muß jetzt auch noch bloggen!!), das nervt; aber wenn ich das wissen will, muß ich da nachgucken. Allerdings hat die "Übergangs"-Marionettenregierung ihn gerade zum Minister für Altertümer gemacht; damit ist er diskreditiert, wenn in ein paar Tagen die echte Revolution siegt, dann isser endlich weg und muß Klappe halten!

ETA: Das Katzenbild von Tahrir-Platz darf offiziell unter Creative Commons verwendet werden; es ist von Richard Gutjahr. Hier ist es:

Permalink (0 Kommentare)   Kommentieren





Dienstag, 1. Februar 2011
Wetten?
Österreich will politikseitig das Internet ausmachen können.

So wie jetzt in Ägypten. Die Idee, das Internet einfach auszumachen, wenn die Kinderchen Bürger nicht brav sind, ist doch der feuchte Traum eines jeden Innenministers!

Wollen wir wetten, wie lange es dauert, bis jemand einem ältlichen Internetausdrucker an einer mittleren Machtposition einen 15 Jahre alten virus hoax schickt und der dann panikergriffen das Internet ausschalten läßt, weil er denkt, Österreich steht unter Cyberattacke?

Permalink (0 Kommentare)   Kommentieren





Dienstag, 1. Februar 2011
Unterwegs


Ratet mal, wo ich heute war?

Permalink (3 Kommentare)   Kommentieren





Montag, 24. Januar 2011
Richtig schlechter Sex hat einen Namen
Mal wieder ein offener Brief:

Lieber Julian Assange,
wenn ich, so wie Sie, in einem ganzen Land, das zumal noch als sehr liberal gilt, zum Auslöser einer Diskussion über, ja geradezu zu einem Synonym für, richtig schlechten Sex und die wahrgenommene männliche Unfähigkeit, das zu bessern oder zuzuhören, würde, dann wäre mir das sehr peinlich.

Aber wirklich sterbenspeinlich.

So richtig.

Ungebührlich amüsiert,
Sethos


ETA: Nebenbei wurde er auch noch zum schlechtesten Australier 2011 gewählt. Ich hätte aber als Begründung angegeben, daß er den Ruf der australischen Männer weltweit ruiniert hat...

Permalink (0 Kommentare)   Kommentieren





Sonntag, 23. Januar 2011
Clevere Katzen
Diese alte Hippie-Lady züchtet seit ungefähr den 1960er Jahren Katzen auf Intelligenz statt Aussehen.

Sie hat ein paar wirklich faszinierende Geschichten zu erzählen.

Permalink (0 Kommentare)   Kommentieren





Donnerstag, 20. Januar 2011
Kunstfiguren
Damals war ihm gar nicht bewusst, dass kulturelle Unterschiede zwischen dem privaten und dem öffentlichen Raum in Japan eine große Rolle spielen – auf gewisse Weise ist das Pflegen von zwei Identitäten dort kein Zeichen mangelnder, sondern eher von vorhandener Integrität. Ebenso wenig machte er sich Gedanken darüber, dass japanische Internet-Nutzer eine enge Beziehung zu ihren Online-Pseudonymen und anderen Alternativ-Identitäten haben.
[[von hier]]

Einmal Japanologe, immer Japanologe. Ich glaube, ich war online immer schon ein bißchen japanisch. Die Fachbegriffe hier sind honne (die wahre, eigentliche inner Natur und Identität) und tatemae (den Anschein, den man sich je nach sozialem Kontext gibt). Anhänger dieser Dualität gehen davon aus, daß das Online-Umfeld die Kunstfigur(en), als die man unterwegs ist, ohnehin als tatemae erkennen und nicht erwarten wird, offline dann das anzutreffen, als das die Person am Keyboard die Kunstfigur online präsentiert hat.

Vor langer Zeit, in den 90er Jahren, in WorldsAway, da 'war' ich nicht mein jeweiliger Avatar, sondern der Avatar war eine Kunstfigur, die ich spielte und die mal mehr, mal weniger für mich (= honne) sprach. Andere Leute sahen das nicht so. Als ich den Nazgul das erste Mal in RL traf, hätte ich ihn ansatzlos vom Avatar her erkennen können, obwohl er keinen Frettchenkopf aufhatte. Wieder andere Leute wurden richtig angefressen und erklärten, ich könnte doch nicht den Anschein verbreiten, als sei ich dies, und dabei sei ich in Wahrheit das. Das erklärte ich für Unsinn. Ein Avatar ist nie sein Besitzer. Von einer Online-Identität wird nicht erwartet, honne abzubilden.

Das kapieren manche bis heute nicht. Das hat mich zu Hype-Zeiten aus Second Life ferngehalten (das, und die Tatsache, daß man da endlos Zeit verbraten konnte, zumal mein armer alter ME-Rechner beim Rendern der Grafik regelmäßig beinahe ausstieg), und das hält mich heute aus Fratzenbuch und dergleichen Klarnamenveranstaltungen fern.

Hier ist es wenigstens offensichtlich, daß ich in RL (= honne) kein untoter Altägypter namens Sethos bin. Das kommt, weil meine Schwester schon immer 'die Sphinx' war (aus historischen Gründen, zu kompliziert zu erklären), und weil ich mich mal in Diskussionen gegen einen Troll durchsetzen mußte, der unter dem Namen Ramses unterwegs war, plus einem kleinen Umweg über etwas, das der Nazgul mal geschrieben hat. Aber keiner, der mich offline treffen würde, erwartet wortwörtlich Imhotep.

Also kann ich alles mögliche sein, und das verschafft Ausdrucksfreiheit, online wie offline. Freudig kann ich mich online frakturieren und verschiedene Interessen durch verschiedenen Kunstfiguren darstellen, ohne daß ich persönlich das Gefühl hätte, ich würde hier Leute anschwindeln. Keineswegs ist das ein Zeichen für Wahnsinn im Sinne einer gespaltenen Persönlichkeit. Im Gegenteil, an anderen Orten, wo ich unterwegs bin, nennt man das die 'IC/OOC divide', und das Fehlen derselben ist eine der ärgsten Beleidigungen, die man jemandem vorwerfen kann, denn es bedeutet Wahnsinn, im Sinne von Realitätsverlust.

Beim Fratzenbuch, oder beim Zwitschern, hat man nur einen Account und nur eine Realität zu haben. Das behagt mir gar nicht. Ich will nicht nur blutleer im Rahmen eines tatemae kommunizieren, das auch ein eventueller neuer Brötchengeber ohne Nachteile für mich sehen kann. Noch weniger will ich, wie es wohl erwartet wird, für jeden, der mein 'Freund' zu sein Anspruch hat, mein inneres 'ehrliches' honne öffentlich zur Schau stellen. Manche Dinge will ich mit manchen Leuten, egal wie nett sie sonst sind, gar nicht diskutieren

Manche Dinge gehen sogar niemanden außer mir selbst etwas an, und wenn ich sie für mich behalte, heißt das noch lange nicht, daß ich lüge. Da bin ich auch wieder sehr japanisch angehaucht. Was man sich in einem leicht beeindruckbaren Alter jahrelang offiziell und als Hauptberuf ins Hirn gestopft hat, das prägt doch...

Permalink (6 Kommentare)   Kommentieren





Dienstag, 18. Januar 2011
Erst baut er Mist, dann schreibt er auch noch ein Buch!
Ich muß das hier jetzt nicht lesen, oder?

Ich weiß, es wäre vielleicht angebracht, weil Siemens irgendwie mein Thema geworden ist, aber ich bin mir sicher, ich kriege es nicht zur Seele. Erstens lügt der doch eh wie gedruckt, und zweitens kann ich dessen gekränte Selbstbeweihräucherung bestimmt nicht aushalten.

Hier will doch sicherlich keiner, daß ich vor Ärger platze und die getrockneten Altägypterfetzchen überall in der S-Bahn* rumfliegen?


* Der Ort, wo ich am meisten lese. Vor allen Dingen, wenn es mal wieder länger dauert, muß man unbedingt ein Buch dabeihaben.

Permalink (0 Kommentare)   Kommentieren