Sonntag, 27. März 2011
Liebe Schwaben!
Jetzt ist der wichtige Moment, wo der Frosch ins Wasser springt! Bitte, geht wählen, auch wenn es da teilweise richtig kräftig regnet -- hier tut es das, und ich habe nachgeguckt, bei euch teilweise auch.

Aber ihr seid gut organisierte Leute: - ihr setzt euch in eure wohlgepflegten und verbrauchsoptimierten Kraftfahrzeuge heimischer Produktion oder spannt eure griffbereiten Regenschirme auf, und begebt euch in eure jeweiligen Wahllokale, wo ihr euer Kreuzchen da macht, wo es am meisten ausrichten kann.

Da ihr so wohlorganisierte Leute seid, braucht man euch nicht extra zu sagen, daß heute nacht die Uhren umgestellt wurden und deshalb alles im Vergleich zu vorher eine gefühlte Stunde früher öffnet oder schließt. Da es eh gießt wie aus Eimern (zumindest im Süden), sollte sich die Zahl derjenigen, die erst zum Radfahren oder Wandern gehen und danach noch rasch kurz vor Schluß beim Wahllokal vorbeiradeln oder - wandern, doch sehr in Grenzen halten, und unter denen die Zahl derer, die so unorganisiert sind, daß sie die Zeitumstellung übersehen haben, noch geringer sein.

Mir ist also gar nicht bang.

Verdammt spannend ist es aber schon!!

Hibbelnd,
Sethos



P.S.: Eine Firma, von der ich mal einen MP3-Player gekauft und online registriert habe, und die mir seither immer ihren Newsletter für schöne und verlockende, aber leider viel zu teure Elektro(nik)-Produkte schickt, titelte heute 'Einfache Ideen, um Ihre Zuhause zum Strahlen zu bringen'. Sie denken wohl, ich sei auch ein Schwabe, und würde dieser Tage von der Kehrwoche zum Frühjahrsputz hochschalten. Sie wollen mir einen Staubsaugeroboter verkaufen, was natürlich schön und verlockend ist (man denke nur an die Möglichkeiten als Katzenspielzeug! Sucht mal 'cat' und 'roomba' auf YouTube!), aber mir fällt dazu nur ein, daß ich nicht will, daß mein Zuhause aufgrund irgendwelcher Vorkomnisse in Isar I. das Strahlen anfängt. Ich bin sicher, den Schwaben gehts mit Philippsburg und Neckarwestheim genauso...

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Samstag, 26. März 2011
Anti-Kernkraft-Demo
Hier sollen 50.000 Menschen gewesen sein, trotz Regen.



Das Wetter wurde dann aber noch besser.



Ich war ziemlich weit hinten, was nicht so viel machte, weil die Soundanlage ausgezeichnet war, mit Boxen bis hinter an den Altstadtring. Es gab auch einen Van mit sowas wie einer Streetview-Kamera drauf, der in offiziellem Auftrag alle Leute, die auf der Straße waren, streetviewte. Da habe ich aber nicht zurückfotografiert.



Es gab sehr viele Familien mit Kindern, und man gab auch einem 13jährigen Mädchen das Hauptmikrophon, und sie sagte den 50.000 Leuten sehr direkt, sie und ihre Generation (wie meine kleine Lady, die Ende des Monats 12 wird!) müssen den Atom-Blödsinn ausbaden, wenn alle Politiker, die jetzt noch dafür sind, schon lange tot sind.



Es gab diese Familie mit den Simpson-Plakaten, die offensichtlich mit irgendeinem Comic-Moratorium gar nichts am Hut hatten. Das ist ja, wie Kinder lernen, daß Kernkraft Scheiße ist -- der leicht debile Homer Simpson arbeitet da, und sein Chef ist ein blutsaugendes, skrupelloses Monster.

Danach ging ich noch Katerstreu kaufen. Muß auch sein.-

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Freitag, 25. März 2011
Comic-Moratorium
Der Newsletter der Demo-Organisatoren für morgen enhält diesen schönen Link.

Leute, es ist kein 'funny aneurysm moment', wenn die Satire Absicht ist. Ja, man kann über Atomkraftwerke lachen. Man kann sogar über Terrorismus lachen.

Wenn Satire vermieden wird, weil das gerade weh tut, dann nennt man das Zensur. Solche vorauseilende Selbstzensur kennt man als 'Schere im Kopf'.

Satire darf wehtun.

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Irrelevant
1 Search request: "pan walther" wiki

Tja, Leute, leider war Pan Walther nur ein Münsteraner Lokalkünstler, der wunderbare Fotos von Bäumen so verfremdete, daß sie wie Holzschnitte aussehen.
Das zumindest hing in unserem Zimmer im 'Central-Hotel' in Münster, als ich vor ein paar Jahren mit einer Lady dort unterwegs war.

Hätte ich ein Bild aus dem Raum mitnehmen können, hätte ich das genommen, und nicht den Haring auf dem Klo.



Trotzdem ist er natürlich viel zu irrelevant, um in der deutschen Wikipedia einen Eintrag zu bekommen.-

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Donnerstag, 24. März 2011
Keine Angst!
Warum man über Terroristen lachen soll.

Eric ist ein Ire von geradezu genialischer geekiness, den ich über LJ etc. kenne; und manchmal hat er Sachen zu sagen, die über das gewöhnliche Hintergrundrauschen von meiner LJ-Friendslist weit hinausreichen...

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Nuklearidioten
Auch hier, direkt um die Ecke, hätten sie es anscheinend beinahe geschafft, ein Kernkraftwerk beim Runterfahren zu havarieren.

Das sind ja vielleicht Vollpfosten! Gut, ist im Endeffekt genau nix passiert, aber daß die es nicht mal schaffen, ihre Gerätschaften sauber runterzufahren!

Das wohl bei den Kraftwerksbetreibern ist wie mit den Politikern -- die, die den Scheiß-Job tatsächlich machen WOLLEN, sind solche macht- und/oder geldgeilen Ratten, denen würde man wichtige Dinge, wie Staaten oder Kernkraftwerke, lieber nicht anvertrauen.-

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Mephisto singt mit
Gerade war ich so richtig schön am Dösen, fast schon Einschlafen, mit den IM-Programmen auf 'Abwesend' und dem Rechner einfach nur als Jukebox, da erklingt auf einmal ein vertrautes, heiseres Blök-Stimmchen: 'Miau miau miau miau miau miau!!'

Jawohl, es war Mephisto, und er machte tatsächlich 'Miau' und nicht 'Ngäh'. Ich war so erstaunt, daß ich wieder aufwachte und kurz mal aufpaßte, wieso er das wohl tat, und kam sehr schnell drauf, daß es die die Musik war.

Genau genommen die Nyckelharpa. Immer, wenn in diesem Stück die Nyckelharpa zu hören war, fing der kleine schwarze Katz aus voller Kehle das Schmettern an.

Mephisto sang mit.



Hier ist das Stück. Schaut mal, ob eure Katzen auch anfangen, mitzusingen.-

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Dienstag, 22. März 2011
Note to self
Langer Sermon über Kerntechnik und Fukushima, sogar für untote Altägypter verständlich. Später lesen.-


ETA: Habe das jetzt gelesen. Ist exzellent, wirklich gut zu verstehen, unaufgeregt, ohne abzuwiegeln, und verdient Extra-Lob für die Wendung mit 'einer Banane pro Stunde'.

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Montag, 21. März 2011
Auf die Altjapanische...
So verhält sich ein guter japanischer Chef (von egal was).

So ein senpai, egal welcher Art, hat in guten Zeiten enorme Privilegien, ja. In schlechten Zeiten stellt er sich vor seine kohai.

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Sonntag, 20. März 2011
Tôden
Langsam will ich wirklich ihre blutigen Eingeweide sehen. Und ihre abgeschlagenen Köpfe.

Zumindest metaphorisch.

Und ich bin sicher nicht der einzige...

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Wir haben wieder was zu demonstrieren...
Anti-Atom-Demo am 26.03.2011

Veranstaltungsorte und Anfangszeiten hinter dem Link.


Das ist mal wieder total typisch: München fängt zwei Stunden später an! Letzten Montag waren wir auch 'ne Stunde später als der Rest der Republik.-

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Donnerstag, 17. März 2011
WTF Referrer -- Folge 144
Jemand hat offensichtlich Folgendes gesucht:
1 Search request: astrologische begründungen fukushima
Ohne Worte. Kein Kommentar. Vergeßt es. Verwendet euer bißchen Resthirn lieber darauf, irgendwelche Osterdeko aus der 'Landlust' nachzubasteln.-

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Mittwoch, 16. März 2011
Auch eine Art, ein Kind zu schaukeln
Heute in der S-Bahn: ein junger Vater (Typ bedreadlockter Outdoor-Freak) mit unruhigem Kind von knapp einem Jahr auf dem Rücken hängt sich an die Haltegriffe an der Decke und schaukelt dran -- schon ist die ökoringelbesockte kleine Person ruhig und fröhlich.

Kaum hört er auf, schon quengelt es und will, daß er weitermacht, also muß der Mann schaukeln und schaukeln und schaukeln...

Hat mich sehr amüsiert. Und mich daran erinnert, daß die Welt auch heute noch aus anderen Dingen besteht als aus kaputtgehenden Atomkraftwerken in Japan.-

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Ah, kapiere!
Sie machen es wirklich auf die Altjapanische bzw. Meiji-Zeitliche.

Der Tennô hat geredet und das selbstlose Opfer der verbliebenen Arbeiter in Fukushima gelobt, womit diese Leute im Sinne des alten Staats-Shintô mit göttlichem Segen ihr Leben riskieren.

Ich hoffe, das tröstet einige von ihnen, und ihre Familien.



Das ist nicht ironische gemeint -- wenn Religion die Menschen trösten und ihnen in schweren Zeiten helfen kann, dann tut sie ihren Job!

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Oh, Herr Gorillaschnitzel, schauen Sie mal!

Endlich eine halbwegs sinnvolle Verwendung für Wasserwerfer.

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50 Arbeiter
"50 Mann sollen Japan retten", staunte der SPON gestern.

Das ist aber gar nicht so abwegig -- auch die Zahl nicht. Ein freiwilliges Himmelfahrtskommando von knapp 50 Mann ist in Japan legendär. Die kennt jedes Kind.

Jeden Vormittag fahre ich meinen Rechner hoch und finde Nachrichten vor, die schlimmer sind als alles, was ich mir gestern noch vorstellen konnte. Ich möchte nicht wissen, wie schlimm es wäre, wenn diese 50 Mann nicht da wären.

Wenn man eine Wahl hat, wen man zwischen die Welt und ihre Apokalypse stellen will, um diese aufzuhalten, sind 50 namenlose japanische Arbeiter sicherlich eine gute Option.

Dafür haben sie einen Respekt verdient, der über den für all die anderen Helden der letzten Zeit weit hinausgeht.


Was ich denke, das die Manager von Tôden verdient haben, daß sie es so weit kommen ließen, dazu möchte ich mich in der Öffentlichkeit nicht mal äußern.-

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Dienstag, 15. März 2011
Samurai-Arbeitsethik
So zynisch das klingt: das hatte ich seit Samstag erwartet.

Jetzt will ich aber auch sehen, wie die Chefs bei Tôden Seppuku begehen. Und danach, wenn alles ausgestanden ist, will ich den Schrein/Tempel sehen.

Denn jetzt machen sie es offensichtlich doch auf die Altjapanische.

**grusel**



Dank an den Nazgul für den ersten Link!

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Nein, jetzt muß Katzencontent sein!
Funny Pictures - Cat Groomed With Leek Gifs
see more Lolcats and funny pictures

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Die blaugrüne Spur
Wieder angekommen am Quell allen Übels: Areva sind bekanntlich die Bösen. Das läßt sich selbst aus dem Wikipedia-Artikel herauslesen.

Und Areva ist doch mit Siemens verbandelt! Der Telepolis-Artikel nennt den Laden eine 'Siemens-Teiltochter'.

Ich wunderte mich schon, warum der französische Atom-Konzern zehn deutsche Mitarbeiter in Fukushima hatte. Aber die Siemens-Connection erklärt das.

Wenn man Siemens enteignet, verstaatlicht, zerschlägt und/oder abwickelt, wie einstmals die IG Farben, ob die Welt dann ein besserer Ort würde? Oder liegt es vielmehr an der systemischen 'fundamental interconnectedness of all things', daß sich auf einem geschrumpften, globalisierten Planeten von jedem Unheil weltweit auch immer ein dünner blaugrüner Faden zu Siemens schlängelt, und ich bin nur einfach durch lange Übung zu sehr auf dieses Blaugrün geprägt und sehe es überall, in jeder noch so mikroskopischen Stärke?

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"Glück im Unglück"???
Ach, paar Kühlsysteme von Atomreaktoren sind zwar ausgefallen, aber wenigstens das Internet hat durchgehalten, wie es sollte.

Was haben die denn bei silicon.de geraucht?? Davon können wir alle in den nächsten Wochen und Monaten sicherlich gelegentlich auch mal ein Pfeifchen voll brauchen...

ETA: Umstellung auf alternative Energien ist da übrigens wirklich möglich.

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Montag, 14. März 2011
Zahlen, Daten, Fakten


Da waren heute tausende von Leuten auf der Demo am Stachus.



Eine ältere Dame verteilte Origami-Kraniche.

Nach den offiziellen Reden gab es noch Open Mic für Leute, die noch was sagen wollte, und da erzählte einer, der sich als Wirtschaftsingenieur vorstellte, folgende interesante Dinge:

1. Die hiesigen Atomkraftwerke sind nur zu einem Bruchteil versichert.

2. Allein letztes Jahr wurden in Deutschlang Solaranlagen mit der Kapazität von sieben Atomkraftwerken installiert.

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Zivilisierte Länder
Hier kann man sehen, wie verschiedene Länder auf Fukushima reagieren und die Konsequenzen ziehen:
  • China: Fuck you all, wir machen weiter wie bisher, tangiert uns nicht.
  • Russland: Erm, wir haben das alles im Griff, bei uns kann das nicht passieren (ROFLMAOPIP!!!!), wir machen weiter wie bisher.
  • Indien: Wir überprüfen sofort alle unsere Atomkraftwerke.
  • Schweiz: Alle neuen AKWs sind sofort gecancelt, alle alten werden überprüft und neu eingeschätzt.
Indien hat offensichtlich in Zivilisation und Wertschätzung von Menschenleben Russland und China überholt. Das ist nicht mehr das Drittweltland, in dem sich die Chemiekatastrophe von Bhopal ereignete und keinen wirklich interessierte, was mit den Bauern und Slumbewohnern ringsum passierte.-

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Samstag, 12. März 2011
Oh, Japan...
Fukushima ist in die Luft geflogen; wir kriegen da wohl ein neues Tschernobyl. Und jetzt kann sich keiner mehr rausreden, das kann hier nicht passieren; die technischen Standards in Japan dürften höher sein als hier.

Diese Siedewasserreaktoren müssen weltweit sofort vom Netz; sie sind eine Gefahr für die Menschheit.

Montag Mahnwachen bundesweit.-

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Funny aneurysm, Teil II.
Jetz habe ich selber den Witz gemacht, vor langer Zeit, der jetzt überhaupt nicht mehr lustig ist, so wie Gaddafi's Modenschau.

Vor langer, langer Zeit also, als Big Ben noch eine kleine Taschenuhr war, da studierte ich mal Japanologie, und echauffierte mich wegen der Rückwärtsgewandheit und Realitätsferne meines Fachs, indem ich zu sagen pflegte: "Wenn wir eines Morgens aufwachen und die Radionachrichten erzählen uns, es habe ein riesiges Erdbeben gegeben und ganz Japan sei im Meer versunken, dann würden die Japanologen genau so weitermachen wie bisher, weil sie für ihre Wissenschaft ein reales Japan gar nicht brauchen." Da war schon was dran -- das zählte zur selben Fakultät für 'komische, exotische und nutzlose Kulturwissenschaften' wie etwa die Assyriologie und Hethitologie.

Aber heute früh kam ich mir vor, als sei dieser theoretische Tag jetzt doch gekommen. Nur war es das Internet, nicht das Radio, weil seit damals schon sehr viele Jahre her sind. Und außerdem ist nicht ganz Japan untergegangen, und die Todesopfer halten sich (für so ein Riesendesaster) ausgesprochen in Grenzen, was bedeutet, die meisten Sicherheitsmaßnahmen haben funktioniert. Die ganze Katastrophe kostet (wenn die Fukushima-Atomkraftwerke nicht in die Luft fliegen) wohl weniger Menschenleben als das wesentlich schwächere und lokalisiertere Kobe-Erdbeben 1995.

Nur eins ist jetzt in aller Unmißverständlichkeit klargeworden: Atomkraftwerke sind per se unsicher und müssen abgeschaltet werden.

Alle.

Weltweit.

Wirklich.

Prio 1.

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Mittwoch, 9. März 2011
Ma'at lebt
Noch mehr Freude als die Dinge, die inhaltlich passieren macht mir momentan bei den Berichten aus Ägypten, wie weitgehend sich die Ägypter von unten selber sortieren, und an der weiteren Entwicklung mitmachen.

Die lassen nicht locker -- die werden auf diesem Level von high catastrophic normal weiteroperieren, bis die Verfassung geändert ist, Wahlen durchgeführt wurden, und die neue, demokratische Regierung im Amt ist.

Und auch diese Regierung wird dann mit einer massiven Bürgerbeteiligung arbeiten dürfen, die wir hier im Westen nur selten sehen, da wir uns an unsere wunderbaren Rechte viel zu sehr gewöhnt haben.

Auch wenn ich aus anderen historischen Gründen online als 'Sethos, der untote Altägypter' unterwegs bin, so geht mir doch Ägypten irgendwie persönlich nahe. Ich habe auch eine besondere Beziehung zu Ma'at, der altägyptischen Göttin der Gerechtigkeit; nicht nur, weil Sethos I. (derjenige, der in Zahi Hawass seinem Museum zum allgemeinen Grusel öffentlich herumliegen muß) sie auch in seinem verlängerten Thronnamen führte, sondern auch, weil ich mal eine ausführliche Rezension* über sie (bzw. über ein Buch über sie) geschrieben habe. Im Grunde verkörpert diese Göttin das erste Konzept einer objektiven, für alle gültigen Gerechtigkeit in der Menschheitsgeschichte.

Die alten Ägypter haben vielleicht nicht die Demokratie erfunden, aber definitiv den Rechtsstaat und die Menschenrechte, oder das, was später schließlich dazu werden sollte.

Und wenn man jetzt nach Ägypten schaut, dann sieht man: Ma'at lebt!



* ETA: Und weil das an der Originalstelle, wo ich dafür bezahlt wurde, längst depubliziert wurde, hier die Ma'at-Rezension -- sie stammt von 2002, das Buch ist aber noch greifbar.-

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Samstag, 5. März 2011
O hai, Frau Sid!


[[von hier]]

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