Aber ihr seid gut organisierte Leute: - ihr setzt euch in eure wohlgepflegten und verbrauchsoptimierten Kraftfahrzeuge heimischer Produktion oder spannt eure griffbereiten Regenschirme auf, und begebt euch in eure jeweiligen Wahllokale, wo ihr euer Kreuzchen da macht, wo es am meisten ausrichten kann.
Da ihr so wohlorganisierte Leute seid, braucht man euch nicht extra zu sagen, daß heute nacht die Uhren umgestellt wurden und deshalb alles im Vergleich zu vorher eine gefühlte Stunde früher öffnet oder schließt. Da es eh gießt wie aus Eimern (zumindest im Süden), sollte sich die Zahl derjenigen, die erst zum Radfahren oder Wandern gehen und danach noch rasch kurz vor Schluß beim Wahllokal vorbeiradeln oder - wandern, doch sehr in Grenzen halten, und unter denen die Zahl derer, die so unorganisiert sind, daß sie die Zeitumstellung übersehen haben, noch geringer sein.
Mir ist also gar nicht bang.
Verdammt spannend ist es aber schon!!
Hibbelnd,
Sethos
P.S.: Eine Firma, von der ich mal einen MP3-Player gekauft und online registriert habe, und die mir seither immer ihren Newsletter für schöne und verlockende, aber leider viel zu teure Elektro(nik)-Produkte schickt, titelte heute 'Einfache Ideen, um Ihre Zuhause zum Strahlen zu bringen'. Sie denken wohl, ich sei auch ein Schwabe, und würde dieser Tage von der Kehrwoche zum Frühjahrsputz hochschalten. Sie wollen mir einen Staubsaugeroboter verkaufen, was natürlich schön und verlockend ist (man denke nur an die Möglichkeiten als Katzenspielzeug! Sucht mal 'cat' und 'roomba' auf YouTube!), aber mir fällt dazu nur ein, daß ich nicht will, daß mein Zuhause aufgrund irgendwelcher Vorkomnisse in Isar I. das Strahlen anfängt. Ich bin sicher, den Schwaben gehts mit Philippsburg und Neckarwestheim genauso...
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Das Wetter wurde dann aber noch besser.

Ich war ziemlich weit hinten, was nicht so viel machte, weil die Soundanlage ausgezeichnet war, mit Boxen bis hinter an den Altstadtring. Es gab auch einen Van mit sowas wie einer Streetview-Kamera drauf, der in offiziellem Auftrag alle Leute, die auf der Straße waren, streetviewte. Da habe ich aber nicht zurückfotografiert.

Es gab sehr viele Familien mit Kindern, und man gab auch einem 13jährigen Mädchen das Hauptmikrophon, und sie sagte den 50.000 Leuten sehr direkt, sie und ihre Generation (wie meine kleine Lady, die Ende des Monats 12 wird!) müssen den Atom-Blödsinn ausbaden, wenn alle Politiker, die jetzt noch dafür sind, schon lange tot sind.

Es gab diese Familie mit den Simpson-Plakaten, die offensichtlich mit irgendeinem Comic-Moratorium gar nichts am Hut hatten. Das ist ja, wie Kinder lernen, daß Kernkraft Scheiße ist -- der leicht debile Homer Simpson arbeitet da, und sein Chef ist ein blutsaugendes, skrupelloses Monster.
Danach ging ich noch Katerstreu kaufen. Muß auch sein.-
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Leute, es ist kein 'funny aneurysm moment', wenn die Satire Absicht ist. Ja, man kann über Atomkraftwerke lachen. Man kann sogar über Terrorismus lachen.
Wenn Satire vermieden wird, weil das gerade weh tut, dann nennt man das Zensur. Solche vorauseilende Selbstzensur kennt man als 'Schere im Kopf'.
Satire darf wehtun.
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Tja, Leute, leider war Pan Walther nur ein Münsteraner Lokalkünstler, der wunderbare Fotos von Bäumen so verfremdete, daß sie wie Holzschnitte aussehen.

Hätte ich ein Bild aus dem Raum mitnehmen können, hätte ich das genommen, und nicht den Haring auf dem Klo.

Trotzdem ist er natürlich viel zu irrelevant, um in der deutschen Wikipedia einen Eintrag zu bekommen.-
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Eric ist ein Ire von geradezu genialischer geekiness, den ich über LJ etc. kenne; und manchmal hat er Sachen zu sagen, die über das gewöhnliche Hintergrundrauschen von meiner LJ-Friendslist weit hinausreichen...
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Das sind ja vielleicht Vollpfosten! Gut, ist im Endeffekt genau nix passiert, aber daß die es nicht mal schaffen, ihre Gerätschaften sauber runterzufahren!
Das wohl bei den Kraftwerksbetreibern ist wie mit den Politikern -- die, die den Scheiß-Job tatsächlich machen WOLLEN, sind solche macht- und/oder geldgeilen Ratten, denen würde man wichtige Dinge, wie Staaten oder Kernkraftwerke, lieber nicht anvertrauen.-
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Jawohl, es war Mephisto, und er machte tatsächlich 'Miau' und nicht 'Ngäh'. Ich war so erstaunt, daß ich wieder aufwachte und kurz mal aufpaßte, wieso er das wohl tat, und kam sehr schnell drauf, daß es die die Musik war.
Genau genommen die Nyckelharpa. Immer, wenn in diesem Stück die Nyckelharpa zu hören war, fing der kleine schwarze Katz aus voller Kehle das Schmettern an.
Mephisto sang mit.
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ETA: Habe das jetzt gelesen. Ist exzellent, wirklich gut zu verstehen, unaufgeregt, ohne abzuwiegeln, und verdient Extra-Lob für die Wendung mit 'einer Banane pro Stunde'.
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So ein senpai, egal welcher Art, hat in guten Zeiten enorme Privilegien, ja. In schlechten Zeiten stellt er sich vor seine kohai.
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Zumindest metaphorisch.
Und ich bin sicher nicht der einzige...
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Veranstaltungsorte und Anfangszeiten hinter dem Link.
Das ist mal wieder total typisch: München fängt zwei Stunden später an! Letzten Montag waren wir auch 'ne Stunde später als der Rest der Republik.-
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1 Search request: astrologische begründungen fukushimaOhne Worte. Kein Kommentar. Vergeßt es. Verwendet euer bißchen Resthirn lieber darauf, irgendwelche Osterdeko aus der 'Landlust' nachzubasteln.-
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Kaum hört er auf, schon quengelt es und will, daß er weitermacht, also muß der Mann schaukeln und schaukeln und schaukeln...
Hat mich sehr amüsiert. Und mich daran erinnert, daß die Welt auch heute noch aus anderen Dingen besteht als aus kaputtgehenden Atomkraftwerken in Japan.-
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Der Tennô hat geredet und das selbstlose Opfer der verbliebenen Arbeiter in Fukushima gelobt, womit diese Leute im Sinne des alten Staats-Shintô mit göttlichem Segen ihr Leben riskieren.
Ich hoffe, das tröstet einige von ihnen, und ihre Familien.
Das ist nicht ironische gemeint -- wenn Religion die Menschen trösten und ihnen in schweren Zeiten helfen kann, dann tut sie ihren Job!
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Endlich eine halbwegs sinnvolle Verwendung für Wasserwerfer.
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Das ist aber gar nicht so abwegig -- auch die Zahl nicht. Ein freiwilliges Himmelfahrtskommando von knapp 50 Mann ist in Japan legendär. Die kennt jedes Kind.
Jeden Vormittag fahre ich meinen Rechner hoch und finde Nachrichten vor, die schlimmer sind als alles, was ich mir gestern noch vorstellen konnte. Ich möchte nicht wissen, wie schlimm es wäre, wenn diese 50 Mann nicht da wären.
Wenn man eine Wahl hat, wen man zwischen die Welt und ihre Apokalypse stellen will, um diese aufzuhalten, sind 50 namenlose japanische Arbeiter sicherlich eine gute Option.
Dafür haben sie einen Respekt verdient, der über den für all die anderen Helden der letzten Zeit weit hinausgeht.
Was ich denke, das die Manager von Tôden verdient haben, daß sie es so weit kommen ließen, dazu möchte ich mich in der Öffentlichkeit nicht mal äußern.-
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Jetzt will ich aber auch sehen, wie die Chefs bei Tôden Seppuku begehen. Und danach, wenn alles ausgestanden ist, will ich den Schrein/Tempel sehen.
Denn jetzt machen sie es offensichtlich doch auf die Altjapanische.
**grusel**
Dank an den Nazgul für den ersten Link!
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Und Areva ist doch mit Siemens verbandelt! Der Telepolis-Artikel nennt den Laden eine 'Siemens-Teiltochter'.
Ich wunderte mich schon, warum der französische Atom-Konzern zehn deutsche Mitarbeiter in Fukushima hatte. Aber die Siemens-Connection erklärt das.
Wenn man Siemens enteignet, verstaatlicht, zerschlägt und/oder abwickelt, wie einstmals die IG Farben, ob die Welt dann ein besserer Ort würde? Oder liegt es vielmehr an der systemischen 'fundamental interconnectedness of all things', daß sich auf einem geschrumpften, globalisierten Planeten von jedem Unheil weltweit auch immer ein dünner blaugrüner Faden zu Siemens schlängelt, und ich bin nur einfach durch lange Übung zu sehr auf dieses Blaugrün geprägt und sehe es überall, in jeder noch so mikroskopischen Stärke?
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Was haben die denn bei silicon.de geraucht?? Davon können wir alle in den nächsten Wochen und Monaten sicherlich gelegentlich auch mal ein Pfeifchen voll brauchen...
ETA: Umstellung auf alternative Energien ist da übrigens wirklich möglich.
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Da waren heute tausende von Leuten auf der Demo am Stachus.

Eine ältere Dame verteilte Origami-Kraniche.
Nach den offiziellen Reden gab es noch Open Mic für Leute, die noch was sagen wollte, und da erzählte einer, der sich als Wirtschaftsingenieur vorstellte, folgende interesante Dinge:
1. Die hiesigen Atomkraftwerke sind nur zu einem Bruchteil versichert.
2. Allein letztes Jahr wurden in Deutschlang Solaranlagen mit der Kapazität von sieben Atomkraftwerken installiert.
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- China: Fuck you all, wir machen weiter wie bisher, tangiert uns nicht.
- Russland: Erm, wir haben das alles im Griff, bei uns kann das nicht passieren (ROFLMAOPIP!!!!), wir machen weiter wie bisher.
- Indien: Wir überprüfen sofort alle unsere Atomkraftwerke.
- Schweiz: Alle neuen AKWs sind sofort gecancelt, alle alten werden überprüft und neu eingeschätzt.
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Diese Siedewasserreaktoren müssen weltweit sofort vom Netz; sie sind eine Gefahr für die Menschheit.
Montag Mahnwachen bundesweit.-
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Vor langer, langer Zeit also, als Big Ben noch eine kleine Taschenuhr war, da studierte ich mal Japanologie, und echauffierte mich wegen der Rückwärtsgewandheit und Realitätsferne meines Fachs, indem ich zu sagen pflegte: "Wenn wir eines Morgens aufwachen und die Radionachrichten erzählen uns, es habe ein riesiges Erdbeben gegeben und ganz Japan sei im Meer versunken, dann würden die Japanologen genau so weitermachen wie bisher, weil sie für ihre Wissenschaft ein reales Japan gar nicht brauchen." Da war schon was dran -- das zählte zur selben Fakultät für 'komische, exotische und nutzlose Kulturwissenschaften' wie etwa die Assyriologie und Hethitologie.
Aber heute früh kam ich mir vor, als sei dieser theoretische Tag jetzt doch gekommen. Nur war es das Internet, nicht das Radio, weil seit damals schon sehr viele Jahre her sind. Und außerdem ist nicht ganz Japan untergegangen, und die Todesopfer halten sich (für so ein Riesendesaster) ausgesprochen in Grenzen, was bedeutet, die meisten Sicherheitsmaßnahmen haben funktioniert. Die ganze Katastrophe kostet (wenn die Fukushima-Atomkraftwerke nicht in die Luft fliegen) wohl weniger Menschenleben als das wesentlich schwächere und lokalisiertere Kobe-Erdbeben 1995.
Nur eins ist jetzt in aller Unmißverständlichkeit klargeworden: Atomkraftwerke sind per se unsicher und müssen abgeschaltet werden.
Alle.
Weltweit.
Wirklich.
Prio 1.
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Die lassen nicht locker -- die werden auf diesem Level von high catastrophic normal weiteroperieren, bis die Verfassung geändert ist, Wahlen durchgeführt wurden, und die neue, demokratische Regierung im Amt ist.
Und auch diese Regierung wird dann mit einer massiven Bürgerbeteiligung arbeiten dürfen, die wir hier im Westen nur selten sehen, da wir uns an unsere wunderbaren Rechte viel zu sehr gewöhnt haben.
Auch wenn ich aus anderen historischen Gründen online als 'Sethos, der untote Altägypter' unterwegs bin, so geht mir doch Ägypten irgendwie persönlich nahe. Ich habe auch eine besondere Beziehung zu Ma'at, der altägyptischen Göttin der Gerechtigkeit; nicht nur, weil Sethos I. (derjenige, der in Zahi Hawass seinem Museum zum allgemeinen Grusel öffentlich herumliegen muß) sie auch in seinem verlängerten Thronnamen führte, sondern auch, weil ich mal eine ausführliche Rezension* über sie (bzw. über ein Buch über sie) geschrieben habe. Im Grunde verkörpert diese Göttin das erste Konzept einer objektiven, für alle gültigen Gerechtigkeit in der Menschheitsgeschichte.
Die alten Ägypter haben vielleicht nicht die Demokratie erfunden, aber definitiv den Rechtsstaat und die Menschenrechte, oder das, was später schließlich dazu werden sollte.
Und wenn man jetzt nach Ägypten schaut, dann sieht man: Ma'at lebt!
* ETA: Und weil das an der Originalstelle, wo ich dafür bezahlt wurde, längst depubliziert wurde, hier die Ma'at-Rezension -- sie stammt von 2002, das Buch ist aber noch greifbar.-
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